Pressetext 1

THERAPEUTISCHES YOGA - VON KÖRPER BIS SEELE
Artikel aus dem Kölner Wegweiser Magazin

Yoga - ein Jahrtausende altes, indisches System von Atem-, Körper- und Bewusstseinsübungen mit dem Ziel, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Die starke, die Selbstheilungskräfte des Menschen anregende Wirkung dieser Übungen ist hinreichend belegt und seit jeher bekannt. Ein Grund, warum sich Yoga auch im Westen immer größerer Beliebtheit erfreut.

Wenn man heute von Yoga spricht, denken viele Menschen im Westen an mehr oder weniger eindrucksvolle Körperverrenkungen, an Körperübungen wie Lotussitz, Kopfstand oder Drehsitz. Doch Yoga in seiner Vielfalt an Richtungen und Stilen innerhalb der Richtungen umfasst den Menschen auf viel ganzheitlicher Sicht als meist bekannt. Es gibt Yoga-Richtungen, die über Körperübungen eine Harmonisierung des Körpers und den Ausgleich von Ha (Sonne) und Tha (Mond) anstreben (Hatha-Yoga). Andere arbeiten auf der philosophischen Ebene, wie z.B. das Jnana-Yoga. Wieder andere arbeiten über Töne und Tonklang der Stimme, wie etwa das Nada-Yoga und das daraus abgeleitete Nada-Brahma-Therapiesystem nach Mukunda. Und wieder andere Richtungen arbeiten mit der inneren Bewusstseinsschulung, wie etwa das transformative Yoga Nidra.

Therapeutisches Yoga - Aktivierung der Selbstheilung
In den letzten Jahren gewinnt therapeutisches Yoga zunehmend an Interesse. In der Tat bietet Yoga ein weites Feld therapeutischer Anwendungsmöglichkeiten, die häufig auf der Suche nach spiritueller Verwirklichung unbeachtet blieben. Therapeutisches Yoga benutzt Elemente aus verschiedenen Yoga-Stilen, um eine größtmögliche Effizienz in der Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Menschen zu erreichen. Überhaupt ist die Aktivierung des Teiles im Menschen, der die Selbstheilungskraft regelt, Schwerpunkt in der Yoga-Therapie. Reinigen, Harmonisieren, Stärken Therapeutisches Yoga arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit den Grundprinzipien "Reinigen, Harmonisieren, Stärken". Stellen Sie sich vor, der Mensch ist ein körperenergetisches System, in dem Informationen oder Energie (Sanskrit: Prana) durch Kanäle oder Schläuche (Sanskrit: Nadis) fließen kann. Ein System, in das Energie ein- und ausfließen kann. Je harmonischer die Energie fließt, je klarer und kräftiger sie ist, umso gesünder reagiert ein solches Körpersystem. Treten Blockaden im Fluss dieser Energie auf, so entsteht ein Ungleichgewicht. Die Energie oder die Lebenskraft staut sich, ist an einer Stelle zu viel, an anderer zu wenig vorhanden. Sie beginnt, ähnlich wie Wasser, das zu lange steht, abgestanden und schal zu werden. An diesem Punkt nutzt der Yoga-Therapeut Reinigungsübungen, um abgestandene Energie abfließen zu lassen.

Vielleicht kennen Sie den Zustand, in dem Sie mehr schlafen möchten, weil Sie sich müde fühlen, nur um sich nach dem Schlafen noch müder zu fühlen. In der Yoga-Therapie ist dies ein deutliches Zeichen von "innerer Vergiftung". Durch Übungen der Reinigung und anschließende Stärkungsübungen kann das gestörte Körpersystem wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Ist an einer Stelle wiederum zu viel Energie, so ist das als ob Sie die Hand über eine Kerze halten. Zu viel Energie zur falschen Zeit am falschen Ort. Hier werden Harmonisierungsübungen eingesetzt, um die Energie gleichmäßig über den Körper zu verteilen. Ist in einem Körpersystem zu wenig Energie vorhanden, sodass äußere Einflüsse - seien sie physischer oder psychischer Art - unkontrolliert eindringen können (Hypersensitivität), so werden Stärkungsübungen benutzt; Übungen, die das Körpersystem kräftigen und mit mehr Lebenskraft und Energie versorgen. Der Yoga-Therapeut erkennt, wann ein Körpersystem der Reinigung, wann der Stärkung und wann der Harmonisierung bedarf und ist in der Lage, körperenergetische Übungen diesen drei Bereichen zuzuordnen und mit ihnen auf den verschiedenen Ebenen von Körper bis Seele zu arbeiten.

Körperliche Ebene
Auf der körperlichen Ebene werden Muskeln und Organe systematisch durch Körperübungen so bewegt und massiert, dass der Abtransport von Schlacken und die Zufuhr von Nährstoffen optimiert wird. Muskeln und Organe können sich dabei, zusammengepresst wie ein Schwamm, von altem, verbrauchtem entleeren, und im entspannten Zustand, genau wie ein Schwamm, mit neuen, kraftspendenden Substanzen füllen. Bewusste Atemübungen und Atemlenkung unterstützen diesen Vorgang zusätzlich durch verstärkte Zufuhr von Prana und Sauerstoff.

Energetische Ebene
Auf der energetischen Ebene geht das therapeutische Yoga davon aus, dass Prana im feinstofflichen Körper auf den Nadis durch den Körper fließt und ihn über dieser Kanäle mit Lebensenergie versorgt. Blockaden, die in diesem Energiefluss entstehen, werden durch Pranayama (Atemschulung), Bewegung und Bewusstseinsschulung (Prana-Lenkung) gelöst.

Emotionale Ebene
Auf der emotionalen Ebene hat sich besonders der Ansatz aus der Nada-Brahma-Therapie nach Mukunda bewährt. Hier werden emotionale Blockaden durch Ton, Rhythmus und Stimmklangübungen gelöst. Eine Technik, die auf dem alten Wissen der Nada-Yogis beruht.

Grundschwingung
In der Nada-Brahma-Therapie erhält der Grundton eines Menschen eine große Bedeutung. Diese Grundschwingung ist sozusagen das Zuhause, zu dem die Stimme immer wieder zurückkehrt. Durch die Bestimmung des Grundtones lassen sich Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen erkennen (Persönlichkeitsanalyse), Stärken und Schwächen finden, und das ureigene Potenzial eines Menschen fördern. Es lassen sich harmonische und disharmonische Beziehungen voraussagen. Vielleicht kennen Sie auch jemanden, dessen Stimme Sie "nicht hören können" oder jemand, bei dessen Stimme Sie einfach ein angenehmes Gefühl verspüren. Ein direktes Beispiel der Auswirkungen von Tonhöhe und Stimmklang auf Ihr emotionales System. Durch das Arbeiten mit dem Grundton gelingt es im therapeutischen Yoga, den Menschen in einen Schwingungszustand zu bringen, in dem die Selbstheilungskräfte des Körpers besonders deutlich aktiviert werden können. Dieser individuelle Grundton eines Menschen ist durch einen erfahrenen Yoga-Therapeuten bestimmbar und kann in Kombination mit Bewusstseinsübungen eingesetzt werden, um den Selbstheilungsprozess in Gang zu bringen, den Emotionalkörper zu harmonisieren und zu reinigen, aber auch um herkömmliche Medikamente effektiver wirken zu lassen.

Geistig-seelische Ebene
Transformatives Yoga Nidra

Auf der geistig-seelischen Ebene vermag der therapeutische Yogaansatz durch das transformative Yoga Nidra einen direkten Zugang zu sonst oft ungenutzten Ebenen der Wahrnehmung und des Seins zu öffnen. Hierbei kann der Patient lernen, in einem Zustand tiefer, innerer Ruhe selber Einfluss auf die Selbstheilungskraft zu nehmen. In diesem Zustand lernt der Patient, bewusst auf einer Ebene zu handeln, die den Alpha-Schwingungen des Gehirns ähnelt und es ermöglicht, den Zustand der Transformation von Glaubenssätzen und Verhalten zu erleben. Es öffnen sich Räume für neues Verhalten; der Kontakt zum inneren Selbst wird gestärkt; der eigene Lebensweg, die Lebensaufgabe wird erlebbar und öffnet somit Möglichkeiten, neue Wege zu finden, harmonisch im Alltag zu leben.

Von Körper bis Seele
Der Ansatz des therapeutischen Yogas ermöglicht uns, auf allen Ebenen - von Körper bis Seele - aktiv an der Selbstheilung und Gesundung zu arbeiten. Ein therapeutisches Werkzeug von unschätzbarem Wert, sowohl in der therapeutischen Praxis als auch im Umgang mit sich selbst. Ein Weg, der Einheit (Yoga) und Harmonie im Leben selbst-bewusst erlebbar macht und zu deutlich wahrnehmbaren Veränderungen des Gesundheitszustandes und des Allgemeinbefindens führt.

Thiemo Zeppernick Institut für Yoga und Gesundheit Köln.

 
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